MZ - Sangerhäuser Zeitung - 14.08.2010

Benefizaktion - Fallschirmlandung auf dem Markt

Viele Gäste verfolgten gespannt die Landung von Klaus Renz mit dem Fallschirm auf dem Markt. Renz ist Weltmeister im Fallschirmspringen.

SANGERHAUSEN/MZ/Ronny Krause - Erstaunen auf dem Markt: Aus rund 1 200 Metern Höhe landeten Freitagvormittag die beiden Fallschirmspringer Klaus Renz und Eberhardt Ebsche punktgenau neben dem historischen Brunnen. Die spektakuläre Aktion war der Auftakt für die "Tour der Hoffnung 2010", mit der Geld für einen guten Zweck gesammelt wird.
Courage, Kampfgeist und Mitgefühl - dies sind einige der Wesenszüge, die wohl jeden der 185 Radfahrer charakterisieren, die daran teilnehmen. Auch in diesem Jahr wollen die Initiatoren der Radtour, die bereits seit 27 Jahren durchgeführt wird, soviel Geld wie möglich für an Leukämie erkrankte Kinder einsammeln. Ziel ist es dabei, vielleicht sogar an die Rekordspendensumme aus dem vergangenen Jahr anknüpfen zu können. Damals waren über 1,3 Millionen zusammengekommen. Wiederholt tragen zahlreiche Prominente und Politiker zu dem Event bei. Unter Leitung der Schirmherrin Petra Behle (Biathlon-Olympiasiegerin und neunfache Weltmeisterin) schwangen sich u.a. die Ex-Biathletin Katrin Apel, Schwimmerin Annika Mehldorn und Bobfahrer Christoph Langen in den Sattel, um auf der 105 Kilometer langen Tagesetappe von Sangerhausen nach Gotha für den guten Zweck zu schwitzen.
Zusammen mit der Entertainerin Géraldine Olivier stimmten die Knirpse aus der Sangerhäuser Kindertagesstätte das selbstkomponierte Lied "Horizont" an, das die Hymne der "Tour der Hoffnung" darstellt. Viele der zahlreich auf dem Markt versammelten Sportler und Zuschauer rückten zusammen, um gemeinsam zu singen und zu schunkeln. Jürgen Grünwald, seit 17 Jahren Moderator der "Tour der Hoffnung", kommentierte: "Wir wollen mit unserer Veranstaltung Begeisterung in der Bevölkerung wecken und zeigen, dass man mit solchen Spendenaktionen eine Menge bewirken kann. Die Gelder werden 1:1, das heißt ohne Verwaltungsgebühren oder Ähnliches an die entsprechenden Institutionen überwiesen. Im Moment sprechen wir von einer Spendensumme um die 500 000 Euro, und unsere Konten sind noch weitere acht Wochen geöffnet."
Auf die Unterstützung aus der eigenen Region war Thomas Klaube aus Oberröblingen besonders stolz: "Ich bin das erste Mal bei der ,Tour der Hoffnung' dabei, habe jedoch im Voraus schon an einer ähnlichen Radtour teilgenommen. Jedoch muss man sagen, dass die mehr als hundert Kilometer lange Strecke auch erst einmal bewältigt werden muss. Für diesen Kraftakt habe ich zusammen mit Axel Richter trainiert. Mein Fahrrad habe ich für die Tour von der MIFA Sangerhausen gestellt bekommen." Johannes Kumpfmüller war extra aus Frankfurt am Main angereist und erklärte: "Ich bin seit 1991 bei dieser Tour dabei. Ich erwarte mir diesmal eine aufgelockerte Stimmung und hoffe, das Wetter bleibt konstant. Für mich ist diese Veranstaltung immer wieder toll, da ich jedes Mal positive Erfahrungen mit nach Hause nehme. Es freut mich zu sehen, dass jeder Einzelne mit ein wenig Engagement so viel Begeisterung auslösen kann und dass durch Aktionen wie diese kranken Kindern geholfen werden kann. Außerdem trifft man hier jedes Jahr Menschen, die man lange Zeit nicht gesehen hat. Gemeinsam diese, zum Teil kräftezehrende Tour bewältigen - das schweißt zusammen."