MZ - Sangerhäuser Zeitung - 19.03.2007

Ausbildungsmesse in Sangerhausen, Berufschancen im Mittelpunkt

Sangerhausen/MZ/. Die 17-jährige Miriam Marche gehört zum Abiturjahrgang, der nach zwölf Schuljahren das Gymnasium verlässt. Ihr Wunsch ist es, Grundschullehrerin zu werden. Ob er in Erfüllung gehen kann, oder sie sich umorientieren muss, wollten sie und ihr Vater am Samstag bei der Ausbildungsmesse im Europa-Rosarium herausfinden.

"Jeder Jugendliche muss bei sich selbst anfangen, die Schulzeit zu nutzen" - Dieter Wrobel

Als erfahrener Pädagoge kam er zu dem Schluss, dass ". Es könne nicht sein, dass Handwerker vergeblich nach Lehrlingen suchen, weil bei den Schulabgängern elementare Bildungsmängel vorliegen, es sogar Abbrecher in Traumjobs gibt oder die Jugendlichen eben "keinen Bock" auf Arbeit haben. In diesem Zusammenhang ließ Wrobel nur anklingen, dass sich Schüler heutzutage schämen, gute Leistungen zu bringen, weil sie sonst gemobbt werden. Das brachte Martin Marche in der Diskussion auf den Punkt: "Was fehlt ist eine Aufbruchstimmung im Land." Vorbildwirkung hat da der Sangerhäuser Thomas Klaube, der als Schornsteinfegermeister seine Chance im Handwerk sieht. Von den Bemühungen, mit Hilfe von "Ausbildungspaketen" die Lehrstellensituation zu verbessern, referierten Ulrich Cramer vom Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt und Regierungsdirektor Andreas Kepper vom Bundeswirtschaftsministerium. Vertreter von elf Betrieben, Ausbildungseinrichtungen sowie regionalen Institutionen standen den Messebesuchern Rede und Antwort. Am Stand des Café "Bück Dich" wurde sogar eine Ausbildungsstelle angeboten.